In der 8. Runde hatten wir eine weite Reise hinter uns, als wir uns ohne Druck an Bretter der Schachfreunde Nord-Ost setzten. Mit folgender Aufstellung traten wir an:
1. Eberhard Simon
2. Dr. Johann-Georg Schubert
3. Miguel Olaizola
4. Raimund Linden
5. Emanuel Hintze
6. Erhard Gnaß
7. Wolfgang Reinfeld
8. Habib Valamanesh
Nach zwei Stunden standen wir auf allen Brettern recht gut, an einigen hatten wir geringe Materialsvorteile. Sicherlich aus diesem Grund lehnte mein Gegner nach konzentrierter königsindischen Eröffnung ab. Raimund tauschte sich ins Remis, während Wolfgang den vollen Punkt holte. Dagegen verlor Habib nach Mehrbauern eine Qualität und musste schließlich seinem Gegner die Hand reichen. An den vorderen Brettern hatten wir jeweils einen Mehrbauern, aber Eberhard übersah eine taktische Kombination seines Gegner uns musste die Waffen strecken; dagegen fand Hans' Gegner im Turmendspiel nicht den richtigen Plan, sodass hier der Zehlendorfer triumphieren konnte. Miguel hatte schon eine Weile ein gewonnes Leichtfigurenendspiel und konnte wie erwartet unser Punktekonto auf 3,5 erhöhen. Ich selber gewann zunächst einen Bauern und spielte daraufhin zu lässig, was prompt bestraft wurde: Ich übersah einen gefährlichen Zug meines Gegner und stand nun auf Verlust. Dazu kam, dass ich mich auf eine neue Spielsituation einstellen musste, denn es standen alle Spieler beendeter Partien um mein Brett herum. Aufgrund des zeitlichen Vorteils versuchte ich genau zu rechnen. Erhards Partie neben mir schätzte ich ausgeglichen ein. Sein Gegner nahm ein Remis jedoch nicht an, da die Mannschaft gewinnen und um den Aufstieg kämpfen wollte. Zurück zu meiner Partie, die jetzt immer dramatischer wurde: Der Ausgang schien offen zu sein. Mein Gegner drohte mit einer Umwandlung, doch dank seines ungenauen Spiels, konnte ich meinen Bauern zuerst umwandeln und so nach einigen Zügen deutlichen Materialsvorteil erlangen. Ich gewann, Erhards Gegner war dann mit der Punkteteilung an seinem Brett einverstanden.
So gewannen wir mit Kampf und Willen das Mannschaftsduell gegen Nord-Ost mit 5 zu 3.
Zwei Wochen später fand die 9. und letzte Runde der diesjährigen BMM 09/10 statt. Wir empfingen unsere Gäste von Chemie Weißensee im Hans-Rosenthal-Haus. Unser Mannschaftsleiter Habib nannte diesen Spieltag eine "Show", da es nur noch um die goldene Ananas ging. Wir wollten wie folgt antreten:
1. Dr. Johann-Georg Schubert
2. Temi Vachkov
3. Raimund Linden
4. Emanuel Hintze
5. Erhard Gnaß
6. Wolfgang Reinfeld
7. Habib Valamanesh
8. Robert Wöbke
Leider erschien Robert nicht und wir mussten das 0-1 hinnehmen. Circa 90 Minuten später konnte ich dies ausgleichen. Ich gewann als Weißer im spanischen Marshall-Angriff, den ich parieren und kontern konnte. Temi und Raimund vereinbarten Remis. Erhard stand zu diesem Zeitpunkt platt, Wolfgang hatte einen Mehrbauern im Doppelturmendspiel. Ich diskutierte mit Habib über sein mögliches Remis, empfahl ihm aber, trotz passiver Stellung weiter zu spielen. Seine Mittelspielfähigkeiten spielte er auch voll aus - er tauschte geschickt ab, um dann mit einer Springergabel wertvolles Material zu gewinnen: Sieg für Habib. Wolfgang konnte seinen Mehrbauern nutzen und erhöhte auf 4,0 zu 2,0. Jetzt hatten wir einen Mannschaftspunkt sicher, wollten aber mehr. Ein Remis würde reichen. Erhard stand nun auf Verlust, Hans stand ausgeglichen. Beide wollten kein Remis anbieten, mit der Begründung, dass die Gegner es sowieso nicht annehmen würden. Nach langer Spieldauer konnte Zehlendorf Brett 1 mit einem Sieg verlassen, Hans spielte sich hervorragend einen Turmgewinn heraus. Erhard gab auf.
Am Ende hieß es wieder 5 zu 3 für Zehlendorf 4.
In der Saison haben wir satte 10 Mannschaftspunkte bei 36 Brettpunkten gesammelt und befinden uns zu Saisonschluss auf dem 6. Rang von 10 teilnehmenden Vereinen der 2. Klasse, Staffel 2.
Witzigerweise haben der vorletzte und der vorvorletzte die gleiche Anzahl der MP, sowie der BP. Der direkte Vergleich ist ebenfalls ausgeglichen. Wie das wohl entschieden wird?
Zehlendorf 3 steigt durch den 1. Platz in Klasse 1, Staffel 3 in die Stadtliga auf.
17 MP bei 52 BP stehen unserem Verein dort zu Buche.